Universalismus


Universalismus
1. Charakterisierung: Der U. ist eine von dem österreichischen Nationalökonomen Spann (1878–1950) in starker Anlehnung an den romantischen Staats- und Gesellschaftstheoretiker Müller (1779–1829) vertretene soziologische und nationalökonomische Richtung.
- 2. Der U. setzt der atomistischen (nach Spann: Individualistischen) Betrachtungsweise die ganzheitliche (nach Spann: Universalistische, organische, organizistische) entgegen („die Wirtschaft ist ein Gefüge, das aus Ganzheiten besteht, die sich ihrerseits wieder in Unterganzheiten, Gliedern und Organen aufgliedern“). Er erklärt das Individuum lediglich als Glied der Gesellschaft als sinnvoll existent. Der U. fand in der Volkswirtschaftslehre v.a. in der katholischen sozialökonomischen Literatur Eingang. Wirtschaftspolitisch kam er den ständestaatlichen Vorstellungen des Faschismus entgegen. Von der früheren Popularität des U. ist nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenig übrig geblieben.

Lexikon der Economics. 2013.

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  • Universalismus — (v. lat.), 1) die Richtung auf das Allgemeine, Allumfassende, namentlich wo mit ihr zugleich die Befähigung der allgemeinen Verbreitung verbunden ist. In diesem Sinne spricht man von dem U. des Christenthums, um dadurch seinen Anspruch u. seine… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Universalismus — (neulat.), im allgemeinen Sprachgebrauch der Besitz eines umfassenden Wissens oder Interesses; in der Philosophie diejenige Betrachtungsweise, die im Gegensatz zum Individualismus (s. d.) das Allgemeine dem Einzelnen, das Ganze dem Individuum… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Universalismus — (neulat.), das Streben oder die Kraft alles zu umfassen; in der Theologie im Gegensatz zum Partikularismus der Prädestination (s.d.) die Lehre, daß der Heilswille Gottes sich auf das gesamte Menschengeschlecht erstreckt …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Universalismus — Der Begriff Universalismus kann je nach Fachgebiet unterschiedliche Bedeutungen haben: Eine philosophische Lehre, die das Ganze gegenüber dem Einzelnen betont oder das Einzelne in eine Ganzheit eingefügt sieht, siehe Universalismus (Philosophie)… …   Deutsch Wikipedia

  • Universalismus — universal »allgemein, gesamt, umfassend; weltweit«: Das Adjektiv wurde im 16. Jh. aus spätlat. universalis »zur Gesamtheit gehörig, allgemein« entlehnt. Dies ist eine Bildung zu lat. universus »in eins gekehrt, zu einer Einheit zusammengefasst;… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Universalismus — Uni|ver|sa|lịs|mus 〈[ vɛr ] m.; ; unz.〉 1. Vielseitigkeit, Betätigung od. Wissen auf sehr vielen Gebieten 2. 〈Philos.〉 Lehre, dass das Ganze, das Allgemeine dem Einzelnen übergeordnet sei od. sein müsse * * * Uni|ver|sa|lịs|mus, der; : 1.… …   Universal-Lexikon

  • Universalismus — U|ni|ver|sa|lịs|mus 〈 [ vɛr ] m.; Gen.: ; Pl.: unz.〉 1. Vielseitigkeit, Betätigung od. Wissen auf sehr vielen Gebieten 2. Lehre, dass das Ganze, das Allgemeine dem Einzelnen übergeordnet sei od. sein müsse [Etym.: → universal] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Universalismus — Uni|ver|sa|lis|mus der; <zu ↑universal u. ↑...ismus>: 1. Denkart, die den Vorrang des Allgemeinen, des Ganzen gegenüber dem Besonderen u. Einzelnen betont, bes. die Staats u. Gesellschaftsauffassung von O. Spann. 2. theologische Lehre, nach …   Das große Fremdwörterbuch

  • Universalismus — Uni|ver|sa|lịs|mus, der; (Lehre vom Vorrang des Allgemeinen, Ganzen vor dem Besonderen, Einzelnen; auch für Universalität) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Universalismus (Religionswissenschaft) — Universalismus ist die Eigenschaft einer Religion, für jeden offen zu sein, ohne Rücksicht auf die ethnische Abstammung. Oft wird darunter auch die Hinführung des Universums zu einem Zustand der Harmonie am Ende der Zeit verstanden, je nach… …   Deutsch Wikipedia